Seit 2008 betreibe ich wieder Kanusport. Da ich in den 1980-zigern viel gepaddelt bin, wusste ich relativ schnell, das ich sportliches Training auf dem Mittellandkanal und Wanderfahrten auf norddeutschen Flüssen wie Aller, Böhme, Lachte, Örtze und Weser bevorzugen werde.
In den 1980-zigern bin ich Abfahrtsrennen auf den Heidebächen und in ganz Deutschland gefahren. In diesem "Rennboot", einem Prijon Hai, habe ich dann auch immer auf den Wanderfahrten gepaddelt.
Mir gefällt diese Bootsform noch immer und sie entspricht auch meinen Vorstellungen von sportlichen Trainingsfahrten und Tagestouren mit wenig Gepäck.
Meine Wahl fiel auf die Loisach von Thomas Meier, ein 4,50 m langes und 60 cm breites Kajak, das vom Stil her den Abfahrtsbooten der 1980-ziger Jahre entspricht, jedoch mit einem Gewicht von 17 kg (Diolen Ausführung) stabiler und nicht ganz so sportlich ausgelegt ist. Das Oberschiff ist blaumetallic, das Unterschiff ist ungefärbtes Diolen. Der Sitz ist in gelb mit farblich passendem Lukendeckel. Als Sonderzubehör ein Decknetz auf dem Vorderschiff und ein Innennetz direkt darunter. Dazu eine Leine auf dem Hinterschiff. Zur Sicherheit ein Auftriebskörper vorne und ein Auftriebskörper halbe Länge hinten. Dazu noch eine schwarze Neopren-Spritzdecke.
Benannt habe ich meine Boot nach dem vom Aussterben bedrohten Ziesel, einem in Eurasien und Nordamerika vorkommenden Erdhörnchen.
Ziesel aufgeladen vor dem Bootshaus der KG List in Hannover. Foto Stefan.
Ziesel Oberschiff in blaumetallic mit gelben Sitz unter dem Lukendeckel und Decknetz. Im Hintergrund der Mittellandkanal. Foto Stefan.
Ziesel Unterschiff in Diolen natur. Foto Stefan.
Der Transport des Bootes erfolgt auf dem Autodach. Ein Lukendeckel reduziert den Luftwiderstand und verhindert das Reinregnen. Eine vernünftiger Dachgepäckträger z.B. von Thule, Ovalbügel z.B. von Prijon und Zurrgurte aus Polypropylen mit selbstklemmender Metallschnalle z.B. von Prijon gewährleisten den sicheren Halt auch auf der Autobahn und beim Bremsen. Hier nicht am falschen Ende sparen. Fliegt das Boot weg, ist der eigene Wagen beschädigt und das Boot auf dem Flug zur eigenen Zerstörung gefährdet andere.
Beispiel für Verladung Boot auf Auto. Kajak liegt in Ovalbügel. Bootsspitze ist bündig mit Frontspitze PKW. Hinten Überstand unter 1m.
Zurrgurte fixieren Boot in den Bügeln und sichern zusätzlich den Lukendeckel. Fotos Stefan.
Zur Zeit benutzte ich ein Ty-Warp Touring Paddel aus Carbon mit geradem Schaft, dass ich günstig gebraucht erwerben konnte.
Beim Paddel ist mir wichtig, dass es relativ leicht (unter 1000 g) und doch stabil ist. Leicht, da ich es lange und viel bewege; stabil, damit es auf Heidebächen auch Berührungen mit Grund, Bäumen und Steinen schadlos übersteht.
"Dress for the water, not the air"
Auch wenn die Luft warm ist, Gewäser sind kalt und nach 10 Minuten darin Schwimmen kann es lebensbedrohlich kalt sein. Daher trage ich für den Fall der Kenterung und dem unfreiwilligen Ausstieg aus dem Boot unter Wasser grundsätzlich Bekleidung aus Neopren. Bei kalten Temperaturen einen 3,5 mm Neopren-Anzug und dazu Bekleidung aus Kunstfaser, Neoprenschuhe mit Profilsohle und Paddeljacke. Bei gemäßigten Temperaturen 1,5 mm Neoprenhosen 3/4 oder 1/1 lang und dazu ein kurz- oder langärmliges 1,5 mm Neopren-Shirt. Alternativ auch Kunstfaser Oberteile. Dazu gut belüftete und schnell entwässernde Schuhe mit Neopren innen und Profilsohle. Kopfbekleidung gegen Kälte oder Sonne gehört ebenfalls dazu. Kanu ist Wassersport, daher ist es immer feucht, kalt und rutschig. Gerade bei Flüssen im Wald.
Eine Schwimmweste wärmt zusätzlich, ist Windschutz, schützt als Prallkissen und gibt im Falle der Kenterung Auftrieb. Ein Helm ist nicht nur im Wildwasser hilfreich. Bei sehr zugewachsen Strecken schützt er auch vor Ästen und bei kenterungsbedingten Grundberührungen des Kopfes. Ein Rettungsmesser mit spezieller Klinge, die auch nasse Seile schnell und sicher durchtrennt, sollte griffbereit vorhanden sein.
Beim Paddeln nützlich:
Für mehrtägie Touren ist eine entsprechende Camping-Ausrüstung erforderlich. Da ich keine Gepäcktouren plane, also Fahrten, bei denen die Ausrüstung im Boot verstaut wird, sondern das Zelt an einem festen Ort aufbaue, spielen Gewicht und Packmaß eine nachrangige Rolle. Aufgrund des beschränkten Stauraums im PKW wenn mehrere Paddler drinsitzen, ist das Volumen allerdings nicht ganz zu vernachlässigen.
Auch wenn man alleine im Zelt schläft, lieber das Modell für drei statt zwei Personen wählen, dann passen alle Sachen auch nachts ins Zelt. Zwar kann auch im Vorzelt gelagert werden, nur wird es gerade beim Zelten in der Nähe eines Gewässer schnell feucht und kalt. Eine Plane unter das Zelt schont den Zeltboden und isoliert zusätzlich.
Auch den Schlafsack eher zu warm wählen und dafür nicht zu lang. Wichtig die Matte darunter. Diese soll gegen die Kälte von unten isolieren und den Untergrund ausgleichen, sprich Bequemlichkeit schaffen. Eine Dicke von 5 cm wie bei der Therm-a-Rest TT Trail Pro sind schon komfortabel. Vorteil dieser Thermo-Luftmatratze, sie ist in der Mitte faltbar. Trotz Liegefläche von 196 cm x 63 cm x 5 cm nur ein Packmaß im Beutel von 33 cm x 18 cm Ø.
Je nachdem ob der Campingplatz auch Essen anbietet ist ggf. eine Kochausrüstung nötig. Ein Gaskocher ist in Deutschland völlig ausreichend. Eine Wasserkessel oder entsprechender Topf für das Teewasser und ein größere Topf und ggf. Pfanne sollten genügen. Drei-Gänge-Menus sind etwas für die heimische Küche. Becher, Besteck und Teller nicht vergessen.
| 08.05.2010 - 13:29 (9.5 kb) | Kanu | Seitenanfang |